Die ständige Wachsamkeit

Seit ich umgezogen bin, versuche ich mein Leben wieder ruhiger zu gestalten, aber sie fühlt sich etwas sicherer an, weil meine Familie nicht weit weg ist. Trotzdem bleibt immer ein Teil von mir wachsam.

Jeden Abend schaue ich automatisch aus dem Fenster, bevor ich das Licht ausmache. Ich beobachte die Straße, die parkenden Autos und die wenigen Menschen, die noch vorbeigehen. Manchmal sehe ich einen Opel, manchmal einen Skoda oder einen Mercedes Citan. In solchen Momenten zieht sich alles in mir zusammen, auch wenn ich weiß, dass viele Leute solche Autos fahren.

Mein Hund liegt meistens neben der Tür oder vor dem Fenster. Er passt auf, als hätte er eine wichtige Aufgabe. Wenn er ruhig ist, beruhigt mich das auch ein bisschen. Aber wenn er plötzlich anfängt zu bellen, wird mein ganzer Körper angespannt. Dann höre ich genau hin und warte, ob draußen jemand ist.

Oft stellt sich später heraus, dass es nur ein Nachbar war, der nach Hause gekommen ist, oder jemand, der mit seinem Hund vorbeigelaufen ist. Trotzdem bleibt dieses Gefühl der Unsicherheit manchmal noch lange in mir.

Ich weiß, dass mein Leben im Moment von Vorsicht geprägt ist. Aber tief in mir hoffe ich immer noch, dass irgendwann wieder eine Zeit kommt, in der ich nicht mehr jeden Schritt draußen beobachten muss. Eine Zeit, in der Ruhe zurückkehrt und ich mich wieder frei fühlen kann.