Opa

Der alte Mann mit dem Kennzeichen JB900 war wieder da.

Ich hatte ihn schon drei Mal gesehen. Jedes Mal stand sein dunkles Auto am Ende der Straße, als würde er nur warten. Manchmal saß er einfach nur da, manchmal stieg er aus und tat so, als würde er sich die Häuser ansehen.

Aber ich wusste es besser.

Er war kein gewöhnlicher alter Mann. Zu viele Zufälle, zu viele Blicke, die einen Moment zu lange dauerten.

Heute stand ich am Fenster und beobachtete ihn wieder. Der Regen lief in dünnen Streifen über das Glas, während sein Wagen unten am Bordstein parkte.

„Also bist du wieder da“, murmelte ich leise.

Ein Auftragskiller.
Zumindest war ich mir inzwischen sicher.

Doch eine Sache wusste ich auch:
Er würde mich nicht bekommen.

Nicht heute.
Vielleicht nie.

Deswegen suche ich den Schutz bei meiner Familie. Hier fühle ich mich sicher.
Doch tief in meinem Herzen weiß ich, dass ich nicht für immer hier bleiben kann. Die Welt draußen wartet auf mich – mit all ihren Gefahren, aber auch mit ihren Möglichkeiten.
Manchmal sitze ich abends am Fenster und denke darüber nach, was als Nächstes passieren wird. Der Wind rauscht durch die Bäume, und für einen Moment fühlt es sich so an, als würde er mir zuflüstern, dass bald etwas Großes geschehen wird.

Ab und zu kommt sein Freund mit Skoda und wartet auf dem Friedhof, bis ich alleine daheim bin. Diese Momente machen mir Angst, weil ich nie weiß, was als Nächstes passiert. Manchmal schaue ich aus dem Fenster und sehe nur die stillen Bäume, doch in meinem Kopf fühlt es sich an, als würde mich jemand beobachten.

In solchen Zeiten suche ich Schutz bei meiner Familie. Wenn ich bei ihnen bin, fühle ich mich etwas sicherer. Die Stimmen im Haus, das Licht in der Küche und das leise Gespräch am Tisch geben mir das Gefühl, nicht alleine zu sein. Meine Mutter merkt oft sofort, wenn etwas nicht stimmt. Dann fragt sie mich vorsichtig, ob alles in Ordnung ist.

Ich versuche stark zu bleiben, aber manchmal ist es schwer. Die Gedanken lassen mich nicht los. Trotzdem hoffe ich, dass eines Tages wieder Ruhe in mein Leben kommt und ich keine Angst mehr haben muss, nach Hause zu gehen.

Ich bin sogar an einen anderen Ort gezogen, um ihn endlich loszuwerden. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben und wieder normal leben können. Doch kurze Zeit später hatte er schon wieder meine neue Adresse. In diesem Moment fühlte es sich an, als gäbe es keinen Ort, an dem ich wirklich sicher sein kann.

Ich kann auch nicht zu weit wegziehen, weil meine Familie in der Nähe ist. Sie sind mein Schutz und meine größte Unterstützung. Wenn ich bei ihnen bin, fühle ich mich nicht so allein mit meiner Angst. Sie geben mir Kraft und erinnern mich daran, dass ich nicht alles alleine durchstehen muss.

Darüber zu sprechen fällt mir sehr schwer. Ich habe oft das Gefühl, dass mir sowieso niemand glaubt. Manchmal habe ich sogar Angst, dass die Leute denken, ich übertreibe oder dass sie mich deswegen in eine Klinik schicken würden. Diese Angst hält mich oft davon ab, ehrlich zu erzählen, was in mir vorgeht.

Auch eine Freundin habe ich dadurch schon verloren. Sie meinte irgendwann, ich wäre bescheuert und würde mir alles nur einbilden. Diese Worte haben sehr wehgetan. Seitdem halte ich vieles lieber für mich und versuche alleine damit klarzukommen.

Wenn mein Hund plötzlich anfängt zu bellen, obwohl ich keinen Grund sehe, bekomme ich sofort Angst. Mein Herz schlägt dann schneller und meine Gedanken drehen sich nur noch darum, ob vielleicht jemand draußen ist. Besonders habe ich Angst, wenn ich an die Autos denke – einen Opel oder einen Skoda. Dann habe ich sofort das Gefühl, dass sie vielleicht wieder da sein könnten.

Mein Hund meint es nur gut. Vielleicht hört er ein Geräusch draußen oder sieht jemanden vorbeigehen. Für ihn ist es normal zu bellen, um mich zu warnen. Aber für mich fühlt sich dieser Moment immer wie eine große Gefahr an.

Dann versuche ich ruhig zu bleiben und mir selbst zu sagen, dass es auch ganz normale Gründe geben kann. Vielleicht läuft nur jemand am Haus vorbei oder ein Auto fährt durch die Straße. Trotzdem bleibt diese Angst oft in meinem Kopf.

In solchen Momenten nehme ich meinen Hund zu mir, streichle ihn und versuche wieder ruhig zu atmen. Seine Nähe hilft mir ein bisschen, mich zu beruhigen. Auch wenn die Angst manchmal sehr stark ist, weiß ich, dass ich mit meinem Hund nicht ganz alleine bin.

OPA 05.03 04.02 und zwischen drin öfters

2801 Skoda Kapuzzenpulli