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Ich sitze im Auto. Motor aus. Türen verriegelt.
Eigentlich sicher.
Eigentlich.
Ich merke es zuerst an meinem Nacken. Dieses feine Zusammenziehen, als würde sich etwas hinter mir aufrichten. Ich sehe nach vorn. Spiegel. Seitenspiegel. Rückspiegel.
Da ist ein Fahrzeug.
Steht schon eine Weile.
Zufall, sage ich mir. Jemand wartet.
Ich versuche, mich auf den Atem zu konzentrieren. Ein. Aus. Zu flach. Noch einmal. Meine Brust fühlt sich eng an, als hätte der Sicherheitsgurt sich selbst nachgezogen.
Ich schaue wieder in den Spiegel.
Der Mann sitzt da.
Sein Blick hebt sich.
Trifft meinen.
Mein Magen kippt.
Warum schaut er?
Schaut er wirklich?
Oder bilde ich mir das ein?
Ich starre zu lange. Merke es. Schaue weg. Mein Herz schlägt härter, schneller, als müsste es mich warnen. Meine Hände werden feucht am Lenkrad.
Nicht auffallen.
Ganz normal sitzen.
Sekunden ziehen sich. Jede Bewegung im Spiegel wirkt vergrößert. Sein Kopf bewegt sich minimal. Vielleicht schaut er an mir vorbei. Vielleicht auch nicht.
Mein Körper entscheidet: Gefahr.
Hitze schießt mir ins Gesicht. Meine Beine fühlen sich taub an. Ich presse die Füße fest auf den Boden, nur um zu spüren, dass sie noch da sind.
Du bist eingesperrt.
Wenn er aussteigt, kommst du nicht schnell genug raus.
Warum hast du hier angehalten?
Ich taste nach dem Türgriff. Lasse ihn wieder los. Zu auffällig. Ich höre meinen eigenen Atem, laut im Innenraum, als wäre das Auto kleiner geworden.
Mein Herz rast.
So schnell, dass ich Angst habe, die Kontrolle zu verlieren.
Oder ohnmächtig zu werden.
Oder beides.
Ich zwinge mich, geradeaus zu schauen. Das Sichtfeld verengt sich. Geräusche draußen werden dumpf. Alles ist jetzt innen.
Starten. Fahr los.
Mein Fuß zittert über dem Pedal.
Was, wenn du es nicht schaffst?
Was, wenn du einen Fehler machst?
Ich sehe wieder in den Spiegel.
Er schaut weg.
Erleichterung trifft mich kurz — und wird sofort von neuer Angst verschluckt. Zu spät reagiert. Zu langsam. Zu viel bemerkt.
Ich starte den Motor. Das Geräusch ist zu laut. Meine Hände zittern so stark, dass ich das Lenkrad fester packe, bis es weh tut.
Ich fahre los..
Nach ein paar Straßen halte ich an. Irgendwo, egal wo. Ich sitze da, zitternd, Schweiß im Nacken, Tränen, die einfach kommen.
Nicht, weil etwas passiert ist.
Sondern weil mein Körper überzeugt war, dass es passieren könnte.
Ich bleibe noch lange sitzen. Motor aus. Hände im Schoß. Warte, bis mein Herz sich erinnert, wie langsam sich sicher anfühlt.
Der Mann saß im Auto. Als er mich sah, zog er die Kapuze nach vorne auf die linke Seite und wandte den Blick ab
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28.01.2026



